Der fremde Student

Lara saß auf der Bettkante und kämmte ihr Haar.
Sie trug ein seidenes Negligé. Darunter nur ihre nackte Haut, die noch ein wenig feucht war vom Duschen. Sie stellte sich vor, dass sie auf einen Liebhaber warten würde. Nein, nicht irgendeinen Liebhaber, sondern IHN. Den Mann ihrer Träume. Den Ritter in schimmernder Rüstung.

Während sie sich ihn vorstellte, lehnte sie sich auf dem Bett zurück. Der zarte, durchsichtige Stoff teilte sich und gab ihre vollen Brüste frei. Sie blickte in den mannshohen Spiegel, der den Kleiderschrank gegenüber ihrem Bett zierte.

Langsam begannen sich ihre Brustspitzen aufzurichten. Sie streichelte sich selbst. Immer in Gedanken an ihn.
Während sie sich rücklings auf das Bett gleiten ließ, streifte sie den Hauch von einem Morgenmantel vollends ab. Ihre Hände glitten tiefer. Den Bauch entlang. Sie kreisten um den Nabel.

Inzwischen glühte sie förmlich, aber sie zwang sich dazu, ihre Hände nicht zu schnell an ihrem Körper hinab zu bewegen. Zentimeter um Zentimeter tastete sie sich voran. Nun berührte sie den Venushügel. Sanft kreisend spielte ihre Hand mit ihrem gelockten Schamhaar, und sie stellte sich dabei vor, ER wäre es, der das mit ihr machte. Nur noch Momente, bis sie … nein, bis ER sie an ihrer empfindlichsten Stelle berühren würde.

Da fiel unten die Tür ins Schloss. Hastig sprang Lara aus dem Bett und griff nach ihrem Frotteebademantel. Das seidene Negligé verbarg sie unter dem Bett.



„Hallo Süße“, rief eine fröhliche Stimme von unten, „ich bin schon zurück. Nun können wir doch noch zusammen essen, wie wir es vorhatten.“

Verdammter Kerl, dachte Lara. Dann aber lachte sie über sich selbst, strich entschlossen ihr blondes, immer noch feuchtes Haar aus der Stirn und rief hinunter: „Ja, Bruderherz, ich komme! Musst nur noch etwas warten, ich hab grad nichts an.“

„Dann kommst du besser erst runter, wenn du dich ausgehfein gemacht hast“, tönte es zurück. „Ich hab nämlich einen Gast mitgebracht.“ Als Lara nur Minuten später die Treppe hinunter lief, trug sie Jeans und T-Shirt und hatte ihre feuchten Haare im Nacken zusammengebunden. Für Dereks Studienfreunde war dieser lässige Aufzug allemal gut genug. Doch als sie am Fuß der Treppe angelangt war, erstarrte sie … und wäre am liebsten wieder hoch gelaufen. Denn da stand er vor ihr – ihr Ritter in schimmernder Rüstung, von dem sie gerade sehr intim geträumt hatte.

„Hallo, ich bin der Steffen“, sagte er und streckte ihr die Hand entgegen.
Beinahe hätte sie gesagt: „Hallo, ich hab gerade geträumt, ich hätte mit dir geschlafen.“ Gerade eben noch riss sie sich zusammen, ergriff seine Hand und sagte statt dessen: „Ich bin die Lara. Dereks Schwester, aber das weißt du ja schon.“

Als ihre Hände sich berührten, schien ein Funke überzuspringen. Steffen musste es auch gemerkt haben, denn er zuckte leicht zusammen und sah sie ganz merkwürdig an mit seinen babyblauen Augen unter diesen umwerfend langen Wimpern. Sie fühlte, wie ihre Knie weich wurden. „Los, Kinder, kommt“, sagte Derek. „Ich hab Hunger.“

„Ich auch“, sagte Lara und konnte dabei nicht umhin, Steffen in den Schritt zu starren. Sie hoffte, er hätte es nicht gemerkt. Aber als sie den Blick hob, bemerkte sie ein wissendes Grinsen auf seinem hübschen Gesicht.

Das Abendessen in der nahe gelegenen Pizzeria war eine schnelle Angelegenheit. Der Wein war gut, aber Derek sagte schon nach kurzer Zeit: „Wollen wir nicht nach Hause gehen?“

„Nein!“, rief Lara erschrocken. Derek grinste. „Steffen bleibt ein paar Tage in der Stadt. Er wird bei uns wohnen.“ Er warf seiner Schwester einen anzüglichen Blick zu.
Als Lara an diesem Abend in ihrem Bett lag, glühte ihr Körper.  Sie konnte ihre Fantasien nicht vergessen. Doch sie wagte nicht, den Pyjama auszuziehen und mit ihren Händen über ihren erregten Körper zu streichen. Zu lebhaft war der Gedanke an … IHN, aber dieses Mal an einen ganz bestimmten Mann und nicht einen Fantasieprinzen.

Leise öffnete sich ihre Schlafzimmertür.

„Lara?“ flüsterte eine Stimme, die sogar im Flüstern noch sehr männlich klang.

Ihr Herz schlug bis zum Hals.
Würde es jetzt geschehen?
„Ja“, flüsterte sie zurück.

Steffen schlüpfte in ihr Zimmer und schloss leise die Tür. Ehe sie es sich versah, war er neben sie ins Bett geschlüpft. Er begann ihre Brüste zu streicheln. Erst strich er außen über den Stoff ihres Pyjamas, dann glitten seine warmen Hände darunter. Voller Verlangen reckten ihre Brustspitzen sich ihm entgegen.

Sie spürte, wie seine Hände tiefer glitten. Sein Finger umkreiste ihren Nabel. Dann glitt er den Bauch entlang weiter hinunter, verweilte kurz auf dem Venushügel und erreichte endlich ihr Lustzentrum. Sie bäumte sich auf und stöhnte. Ja, genau so hatte sie sich das vorgestellt. Sein Finger glitt in sie, bewegte sich in ihr. Sie warf sich auf dem Bett herum.

„Ja!“, stöhnte sie, „ja, mach’s mir! Ahhhh, ich kann nicht mehr, ja, komm, jetzt!“

Die Tür ging auf und das Licht ging an.

„Lara? Weißt du eigentlich, wie spät es ist? Was soll denn dieser Lärm. Du hast doch nicht etwa schlecht geträumt?“

Hochrot zog Lara die Decke bis übers Kinn und den vorwitzigen Finger aus ihrem Unterleib. „Nein, Mama. Geh wieder schlafen, es ist alles in Ordnung.“

Nachdem sich die Tür wieder geschlossen hatte, schwor sie sich wie schon so oft zuvor, spätestens im nächsten Monat von zu Hause auszuziehen. Zweiundzwanzig und noch immer Jungfrau, das war doch wirklich einfach lächerlich!

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