Gummifrust

Schon auf dem Weg zur Arbeit verfluchte ich den Tag. Wie gern ging ich stets zur Arbeit. Die letzten drei Tage waren die reinste Marter. Den ganzen Tag sassen wir uns an unseren Computern gegenüber. Kein Wort hat Paul in dieser Zeit geredet. War ich wirklich zu zickig? Freilich, verstehen konnte ich ihn schon, schliesslich war er mir auch nicht einerlei.

Herrliche Spaziergänge hatten wir schon gemeinsam unternommen, Kino, Disco, hunderte Aufmerksamkeiten während der Arbeitszeit! Wir hatten uns oft und gern geküsst. Eine wundervolle Zeit über mehr als vier Wochen. Zuletzt gestattete ich ihm auch zu seinen Küssen Petting. Aber zu mehr war ich einfach nicht bereit. Seine letzten Worte klangen mir noch nach: “Du bist zweiundzwanzig, der erste Mann in deinem Leben bin ich auch nicht…und sperrst dich wie die Zicke am Strick!” Weiterlesen

Der frivole Damensattel

“Fahren wir dann ein Stückchen Rad?” rief Karsten aus der Küche.

Diese Aufforderung war mir ein Signal, als würde er sagen: ´Zieh dich aus, ich will dich, jetzt und hier.´ Ich griente vor mich hin und begann schon, mich auf den schönen Nachmittag zu freuen. Dass er sehr schön werden sollte, dafür wollte ich diesmal selbst sorgen.

Ich kannte meinen Naturburschen. Eine Radtour und ein Stösserchen in Gottes freier Natur, das war bisher bei ihm immer eine Einheit. Es hatte lange gedauert, bis ich mich daran gewöhnte. Meistens kostete mich das Radeln so viel Kraft und der Sattel traktierte die Muschi mitunter sosehr, dass ihr nach allem anderen war, als nach einem knüppeldicken Besucher. Mit der Zeit brachte ich alles in geordnete Bahnen. Für meinen Sattel fand ich einen kuscheligen Bezug, und die Kräfte wusste ich auch besser einzuteilen. Sein breites Grienen, wenn ich vorher oder danach um einen ruhigeren Tritt bat, übersah ich einfach.

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